Vor genau einem Jahr…

November 4, 2008

… bin ich von unserer grossartigen Reise zurück gekommen.

Abgesehen von meinem limitierten Budget war als Endpunkt meiner Reise die rechtzeitige Rückkehr vor dem jährlich stattfindenden Meeting des europäischen American Footballverbandes gesetzt. Drei Tage nach meiner Landung auf deutschem Boden bin ich dann auch zu dem Meeting nach Barcelona geflogen. Freitag geht es wieder zu dem EFAF Meeting, diesmal nach Wien.

Es ist viel passiert in dem Jahr. Die Reise wirkt immer noch richtig in mir nach und es gibt keinen Tag an dem ich nicht an irgendeine Situation aus den gut drei Monaten denke. Ich kann mich noch genau erinnern wie ich vor einem Jahr aus Hanoi weggeflogen bin, 12 Stunden Aufenthalt in Kuala Lumpur hatte, fast den Zug von Frankfurt nach Köln verpasst hätte und dann aber ganz pünktlich nach 36 Stunden Reisezeit in Neuss angekommen bin. Nee, was war das alles schön und lang und weit und neu und aufregend und emotional und …

Mit Todd, dem Typen mit dem Nasenring aus Californien maile ich immer noch. (Heute nicht, den da wird er hoffentlich Barack Obama wählen gehen.) Christian, den wir an der Fähre von der Nord- zur Südinsel in Neuseeland kennengelernt haben und der einige Tage mit uns greist ist haben Knut und ich neulich in Zürich besucht. Er hat uns und meiner Cousine und unserem Freund Guido ein leckeres Straussensteakt gebraten. Sebastian und Sonja, dass nette Paar welches wir in Picton getroffen haben haben mich vor einigen Wochen zu Hause besucht und auch gleich noch einen Kumpel zum schlafen mitgebracht. Danach haben wir uns mit Sebastian noch mal in München getroffen, wo er jetzt arbeitet.

Mit Susanne der Journalistin maile ich noch ab und zu. Wir wollten auch eigentlich längst mal telefonieren, aber irgendwie haben wir es nich nicht geschafft. Angela, die Schweizerin die unter anderem mit uns durch Laos gereist ist haben wir auch in Zürich besucht und hatten eine tollen mexikanischen Abend mit ihr. Den Rest der Laostruppe sehen wir im Februar in England wieder. Ash macht für seine Freundin Katie eine Überraschungsparty zum 30. Geburtstag und wir kommen alle hin. Auf das Gesicht freue ich mich schon.

Das ist mir an wichtigen, wertvollen Kontakten aus der Reise geblieben. Ich hoffe, dass ich jetzt niemanden vergessen habe. Ich finde es beruhigend zu wissen, dass man überall auf der Welt richtig gute Freunde finden kann. Und dass diese Freundschaften auch über größere Entfernungen bestehen bleiben können. Nicht nur in der Hinsicht hat mir diese Reise wirklich sehr viel gebracht.

Was ist sonst noch so passiert in dem Jahr? Ich war zwei Mal eine Woche mit meiner Mutter in Holland, ich war wieder zum Kanuwandern in Schweden, habe mit Knut eine ausgiebige Süddeutschlandtour gemacht und bin jetzt am Wochenende zum ersten Mal in Wien. Das kommt natürlich alles nicht an die Reise von letztem Jahr ran, ist aber alles auch wirklich schön. Auch das finde ich gut zu wissen, dass man noch „normal“ Reisen kann und nicht nur noch darauf erpicht ist mit einem Rucksack durch unwirtliches Gelände zu ziehen und dabei möglichst günstig zu leben. Ich finde es gut beides zu können.

Neulich war ich übrigens mal wieder Sushi essen (Kurze Zeit nachdem wir zu Hause Sushi selber gemacht haben, mit 750 g (Rohgewicht) Reis. Das war viel.) und ich muss sagen, dass das sehr, sehr leckeres Sushi in diesem japanischen Restaurant in Düsseldorf war. Aber so lecker wie an Steffis und meiner LieblingsUbahnstation Kings-Cross in Sydney habe ich bis jetzt kein Sushi mehr gegessen. Liebe Steffi, auch wenn wir uns seit über einem Jahr jetzt nicht mehr gesehen haben: wenn Du noch mal Lust auf Sushi und auch noch Zeit hast, würde ich mit kommen zum Sushidealer unseres Vertrauens. Ich wüsste auch eine Internetcafé in dem wir günstig online gehen können in der Nähe ;-)

Hach nee, ich merke schon wie sehr mir blogschreiben gefehlt hat!!

Im Moment räume ich zu Hause meine Wohung leer. Das wurde auch mal endlich Zeit. Nächsten Monat ziehen Knut und ich zusammen in eine wunderschöne Wohung nach Bonn. Im Moment sind wir also sehr damit beschäftigt eine Küche auszusuchen und zu tüfteln wie wir die Wohnung am besten einrichten und wie wir den Umzug am effektivsten gestalten. Also alles Aufgaben die richtig Spass machen. Ich freue mich schon sehr darauf um- und mit Knut zusammen zu ziehen. Unser Südwestbalkon ist übrigens 30 qm gross. Alle die im Sommer Bock auf eine Grillparty haben sind herzlich eingeladen.

Das waren glaube ich die wichtigsten Sachen die in diesem Jahr nach der Reise so alles passiert sind. Ach, seitdem bei mir anfang des Jahres eine Sorbitintoleranz festgestellt wurde ist mir auch nicht mehr so oft schlecht. Das finde ich schon mal gut. Auch wenn ich mir von der komischen Narkose nach der Magendarmspiegelung erstmal die Augen ausgeheult habe und meinem Arzt gesagt habe, dass er mal wieder die Fenster putzen muss.

 

Also, lange Rede kurzer Sinn: die Reise war super und ist schon wieder viel zu lange her. Nächste kürzere Reisen sind geplant, der Umzug in einen neuen Abschnitt meines Lebens steht an mir geht es gut und schreiben macht mir immer noch unglaublich Spass!!

 

Liebe Grüße und danke für monatelanges Interesse an all unseren Schritten,

Marcella


Wieder zu Hause

November 7, 2007

Guten Morgen!!

Ja, ich bin gut gelandet und wieder zurück nach Hause gekommen. Hier war ich schon im Stadtwald spazieren und habe die fallenden Blätter gesehen und den Herbst gerochen. Ich habe meine neu geschneiderten Klamotten angezogen, habe viel mit meiner Mutter geredet und war bei meinen Grosseltern die mir mein Lieblingsessen gekocht haben. Ich habe die Berge von Post zu Hause aufgemacht, GZSZ geschaut und in meinem sehr gemütlichen Bett unter der dicken Winterdecke geschlafen. Beim Abflug von Hanoi war ich plötzlich doch ein bischne traurig, aber das war vorbei, als ich zu Hause war. Die Reise war toll und grossartig und ich werde noch ganz lange etwas davon haben, aber jetzt mal wieder zu Hause zu sein, eine definierte Jahreszeit zu erleben und langsam mal wieder zur Ruhe zu kommen, das ist schon schön! Mir geht es rundum gut. Auto gefahren bin ich natürlich auch schon und bei meinem Haus- und Lieblingsfriseur André war ich schon. Und als mein Auto bei ihm vor dem Geschäft stand, ist mir eine sehr nette Frau beim ausparken da rein gefahren. Ich habe ihren Zettel erst zu Hause gesehen. Sie ist dann zu mir gekommen und wir haben uns sehr gut verstanden. Als wir dan die Polizei gerufen haben, kam eine ehemaliger Schulkamerad von mir zur Unfallaufnahme.

Ja! Es ist wunderschön wieder hier zu sein! Und für heute Nachmittag habe ichmir fest vorgenommen noch Bilder rein zu stellen!

Bis später, ganz liebe Grüsse,

Marcella


Ich finde ja, dass man sich auf jedem Parkett zu Hause fuehlen soll :-)

November 4, 2007

Knut hat mich heute morgen zum Flughafen gebracht und gewartet, bis ich mit meiner, eigentlich zu grossen und zu schweren, Handgepaecktasche durch die Kontrolle durch war. Im Flugzeug hatte ich drei Plaetze fuer mich alleine, habe in den drei Stunden Flug sogar etwas geschlafen und viel, viel ueber die vergangenen drei Monate nachgedacht. Ich kann nicht sagen, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Ich glaube, es waren genau drei volle und gute Monate.

In Kuala Lumpur bin ich am Lowcostterminal gelandet und musste mit dem Gepaeck, das ich extra wieder auschecken musste, im Bus zum internationalen Terminal fahren. Hier wollte ich mir ja fuer sechs Stunden ein Hotelzimmer nehmen, schlafen und duschen. Hotelzimmer waren aber erst ab 18h wieder verfuegbar. Dann haette ich zwar bis zum Abflug noch genau 6 Std gehabt, aber ganz das ware waere das nicht gewesen. So bin ich einfach in das naechstgelegene Hotel hier am Flughafen gegangen und habe gefragt, ob sie Zimmer auch stundenweise vermieten. Die Zimmer waren schon fuer zwei Stunden viel zu teuer, denn bei meinem ausgesuchten Hotel handelt es sich um ein Fuenf Sterne Hotel (PanPacific). Was ich aber immerhin erreicht habe, ist, dass ein sehr netter und mitfuehlender Hotelangestllter mir mein Gepaeck heimlich umsonst lagert. Eigentlich muesste man dort zumindest Spa Gast sein. Aber er hatte wirklich Mitgefuehlmit mir und hat meine Taschen auf so einen schoenen Gepaeckwagen gelegt und ein Netz drum gemacht. Auf Spa hatte ich erst keine Lust und bin im Flughafen etwas essen gegangen. Weil alles andere ausverkauft war habe ich einen sehr grossen und leckeren Caesars Salad genommen. Toll, war das. neben mir sass eine von den Frauen die bis auf die Augen verschleiert sind. Ich habe mich ja immer gefragt, wie die denn ueberhaupt essen und trinken. Jetzt weiss ich es: sie hat den Schleier der von oben bis zu den Augen geht bis unters Kinn gezogen und den unteren Schleier entfernt. Also war ihr ganzes Gesicht schwarz. Das was sie zu sich nehmen wollte hat sie sich dann unter den Schleier genommen. Bei der Tasse Kaffee musste sie sehr aufpassen, dass ihr die Ecken des herunterhaengenden Schleiers nicht in die Tasse haengen. Ich fand das faszinierend, menschlich abstossend und traurig zu gleich. Geht es diesen Frauen gut? Soviel wie ich mitbekommen habe hat sie sich schon relativ normal mit ihrem Mann unterhalten. Max Goldt, den ich uebrigens grossartig finde, hat mal von einer Frau in Katar erzaehlt die trotz Schleier irrsinnig schnell un dmit Handy am Ohr im Auto durch einen Kreisverkehr gefahren ist. Ist es letztlich „nur“ der Schleier, der anders ist?

Wie auch immer. Nach dem Essen habe ich mich schon etwas gelangweilt und beschlossen fuer ein paar Euro doch ins Spa zu gehen. Das war nicht so spektakulaer wie ich dachte und so habe ich die meiste Zeit einfach damit verbracht am, doch sehr schoen angelegten, Pool zu liegen und zu lesen. Das war wirklich nett. Danach war ich noch kurz im kleinen Whirlpool, in einer Sauna die gerade mal warm war und dann habe ich stundelang geduscht. Jetzt bin ich sauber und relaxt und habe etwas Zeit meiner 10 1/2 Std rumbekommen. Die Leute im Hotel moegen mich uebrigens schon und jedes Mal wenn ich auch nur ansatzweise auf dem ellen-, ellenlangen Gang zwischen Hotel und Flughafengebaeude bin, kommt jemand mit einem vergroesserten Golfwagen angeflitzt um mich den Rest des Weges zu fahren. Richtig luxurioes:-))

Jetzt vertreibe ich mir noch die restlichen paar Stunden mit warten und fliege dann, ruck zuck in zwoelf Stunden Flugzeit nach Frankfurt. Bis morgen,

Marcella


Mein letzter Tag in Vietnam

November 3, 2007

Mein letzter Tag waehrend dieser Reise geht zu Ende. Wir waren heute nochmal viel zu Fuss in Hanoi unterwegs und mussten leider immer wieder unseren Eindruck von den meisten Leuten hier bestaetigen. Die Stadt wurde mir aber trotzdem etwas sympathischer. Es ist sehr voll und laut und irgendwann brummt einem aufgrund des staendigen hupens maechtig der Kopf, aber von der Idee, den Hauesern und den Strassenplanung ist es schon schoen hier. Die Waterpuppets gestern Abend waren wirklich nett und lustig anzusehen. Aber wirklich erklaeren, was die da machen und wie das funktioniert kann man nicht. Wenn aber jemand, trotz meiner Berichte, mal nach Hanoi kommen sollte, dann sollte derjenige sich dieses Puppentheater nicht entgehen lassen.

Eben waren wir nochmal bei dem tollen Spanier esen und haben die letzten gemeinsamen sechs Wochen Revue passieren lassen. Ich weiss nicht, ob und wann Knut und ich jemals wieder sechs Wochen 24 am Tag miteinander verbringen. Die Erfahrungen die wir jetzt hier gemacht haben waren aber so positiv! Wir haben uns kein einiziges Mal gestritten oder genervt, hatten keine Meinungsverschiedenheit oder das Beduerfnis mal alleine zu sein. Wir haben die unterschiedlichsten Dinge von den vielfaeltigsten Perspektiven aus beredet und waren bei den wichtigen Sachen immer einer Meinung. Ich glaube, wir haben beide nochmal einiges ueber uns und ueber den anderen und ueber uns zusammen gelernt und erfahren. Die Zeit war wirklich schoen und gut. Generell habe ich so, so viel aus dieser Reise fuer mich mitgenommen und, obwohl ich mich schon gut kenne, nochmal etwas ueber mich erfahren. Ich bin voll von Eindruecken und Bildern und Erlebnissen und mit der Gewissheit neue Freunde gefunden zu haben und auch ueber die Entfernung nach Hause Freundschaften sowohl gefestigt, als auch welche fuer nicht mehr so praesent empfunden zu haben. Ich muss das alles mal wirken lassen und sortieren. Dies ist definitiv nicht mein letzter Bericht. bestimmt schreibe ich auch morgen noch etwas wenn ich nach 4 Stunden Flug von hier nach Kuala Lumpur 10 Stunden in KL auf meinen Anschlussflug warten muss. Mal schauen. Ich werde von zu Hause auch nochmal Bilder reinstellen und nach und nach alle Berichte auf Tip- und Rechtschreibfehler korrigieren. Also abgesehen davon dass Steffi ihre Reise verlaengert und bestimmt fleissig weiter schreiben wird, wird sich auch von meiner Seite hier noch etwas tun. Abe von Vietnam aus war es das jetzt! Ich habe uebrigens, auch wenn ich finde das Vietnam das am wenigsten bereisenswerteste Land meiner Reise ist, nicht bereut, dass wir hier hin gefahren sind. Ash und Katie haben uns zwar in ihrem typischen Arbeiterstadtenglisch bei dem jedes U, z.B. in upside oder but, auch wie ein U ausgesprochen wird, vorher erzaehlt wie es hier ist, aber letztlich muss man das ja selber erleben und bewerten. Ich finde es trotzdem gut, hier gewesen zu sein.

Lieben Gruss, denkt morgen mal an mich,

Marcella


Halong Bay

November 2, 2007

Unsere Tour zu und in der Halong Bay war ganz schoen. Alles war sehr touristisch und eine grosse Massenabfertigung, aber landschaftlich war es wirklich sehr, sehr schoen. Und leider gibt es, soweit ich weiss, keine Moeglichkeit auf nicht kommerzielle Art aufs Wasser zu kommen. Im Meer sind unzaehlige bizarr aussehende Felsinseln. Vor allem im Nebel sieht das sehr aussergewoehnlich und etwas gespenstisch aus. Als wir morgens im Hotel abgeholt wurden war unsere Rezeptionisten stinkesauer, dass wir die Tour nicht im Hotel gebucht haben. Das ist sogar unserem Reiseguide ansprechungswuerdig erschienen. Ausserdem haben wir von ihm erfahren, dass hier alle Reisebueros mehr oder weniger die gleiche Tour fuer sehr unterschiedliches Geld anbieten. Gluecklicherweise gehoerten wir zu denen auf unserem Schiff die ein guenstiges Reisebuero gefunden hatten. Die Leute die 20 $mehr bezahlt haben als wir taten mir schon leid. Das Schiff war schoen, wir waren insgesamt nur 14 Leute, dass Essen war sehr gut und die Landschaft war, wie gesagt, umwerfend. Leider war es kalt und nebelig und hat geregnet. Deshalb haben wir die Kayaktour die im Preis enthalten war gar nicht mitgemacht. Zu kalt! Am ersten tag haben wir eine wirklich sehr beeindruckende Hoehle besichtigt. Das war die groesste, laengste, hoechste, breiteste und maechtigste Hoehle die ich je gesehen habe. leider heerschte auch da eine touristische Massenabfertigung, aber es hat sich gelohnt. Sowas habe ich noch nie gesehen. Die Hoehle heisst uebrigens „Amazing Cave“. Sie heisst deshalb so, weil in dem dritten Raum den man inihr betritt, eine Steinformation ist die wie ein riesen-, riesengrosser Phalus aussieht. Auf die Versicherung des Guides dass das alles rein natuerlich entsnden sei konnte ich dann auchnicht mehr sagen als: „I really hope so!“ Mit dem Schiff sind wir nicht wirklich weit rumgeschippert, haben aber immerhin auf dem Wasser geschlafen. Mit den anderen beleuchteten Schiffen um uns herum sah das wirklich nett aus. Unsere Crew hat sich bei jeder freien Gelegenheit eine Pfeife geraucht. Was da drin war weiss ich nicht. Ich fand es aber sehr bezeichnend, dass ein anderes Schiff am naechsten Tag frontal in einen der Felsen gefahren und dann dort stecken geblieben ist. Unser Schiff hat das andere Schiff dann rausgezogen undalle konnten normal weiter fahren. Aber am hellerlichten Tag ohne viel Geschwindigkeit mit einem nicht kaputten Schiff direkt in einen Felsen zu fahren scheint mir doch sehr „vernebelt“ im Geist gewesen zu sein.

Am zweiten Tag hat es in stroemen geregnet und es war wirklich kalt. Waehernd der dreistuendigen Busfahrt zurueck nach Hanoi sind wir sehr langsam an einem Motorollerunfall vorbeigekommen. Ich habe laut gefragt, ob wir anhalten koennen und ob dort ein Arzt gebraucht wird. Knut hat mich, selbstverstaendlich, dabei unterstuetzt. Die Reaktionen aller Anwesenden haben mich sehr erschrocken. Alle waren sich sicher, dass die junge Frau sicherlich tod sei und dass man deswegen nicht anhalten muesse. Ob ich denn nicht richtig hingesehen haette. Auf mein erneutes NAchfragen, ob sie sich denn ganz sicher waeren hat einer sehr gereizt reagiert und gesagt, dass die Frau tod war und dass sich da nicht mehr taete. Die Leute hinter mir haben sich weiter ueber koreanische Namensgebung unterhalten, die neben mir hat gesagt, dass sie nicht genau hinschaeun wollte und die vor mir hatten eh nur meude ein Auge aufgemacht und dann weitergedoest. Mir ist klar, dass jede Sekunde unzaehlige Menschen sterben und dass man nicht immer betroffen sein kann. Aber dass man an einem toten Menschen, der erst sehr kurz vorher verunglueckt ist, vorbei faehrt ist mir zumindest noch nicht passiert. Bin ich zu sensibel oder was ist hier los? Sensationslust haette ich zwar keineswegs gut, aber menschlich noch nachvollziehbarer gefunden. Aber woher kommt den so eine Langeweile? Die gleichen Leute bei uns im Buss hatten sich eine Stunde lautstark fuer ein paar eingesetzt, dasas anscheinend schon eine Stunde auf einen Bus wartete und nun von uns mitgenommen wurde. Niemand kannte die beiden oder deren genauen Umstaende oder die Gruende warum unser Bus die beiden nicht mitnehmen konnte. Aber alle haben lautstark mitdiskutiert. Ist das normal, dass man sich prolemisch und laut aeussert in weniger wichtigen Angelegenheiten und bei  wesentlichen Sachen schweigt und vielmehr gelangweilt scheint? Ist das so? Bin ich falsch? natuerlich haette man der toten Frau die an dem Abend von irgendjemandem schrecklich vermisst wird, nicht helfen koennen. Und weder ich, noch die anderen im Bus haetten ernsthaft was an dieser Situation verbessern koennen, aber Knut hat gesagt, dass er vielleicht helfen kann, dass da vielleicht noch andere Unfallbeteiligte sind. Wir haetten einfach nur anhalten und ihn rauslassen muessen. Ich habe das alles nicht verstanden und verstehe es bis heute nicht. Auch Knut fand die ganze Situation sehr befremdlich und nicht in Ordnung und aehnlich schlimm wie ich. Wir haben beide noch eine ganze Weile still fuer uns dreuber nach gedachtund das verdaut.

Zurueck in Hanoi hat unser Hotelzimmer ploetzlich ein Drittel mehrgekostet als vorher und wir haben das Hotel gewechselt. jetzt haben wir ein sehr schoenes und freundliches Zimmer mit einem klitzekleinen Balkon. Eigentlich wollten wir nochmal ein Stueck weiter suedlich fahren, aber bei dem ganzen Regen sind wir hier geblieben und machen uns hier noch zwei schoene Tage. Mir geht es deutlich besser und ich finde die Stadt auch direkt etwas nagenehmer. Gestern haben wir sogar zwei freundliche Vietnamesen getroffen und uns ehrlich darueber gefreut. Gut, sie hatten auch schon Geld mit uns verdient. Heute Abend schauen wir uns eine Vorstellung vom beruehmten Wasserpuppentheater an. ich kann mir gar nichts darunter vorstellen. Wir haben aber jetzt schonoefter gehoert, dass es sehr schoen sein soll und ich bin wirklich gespannt darauf und werde berichten.

Lieben Gruss nach Hause. Ich freue mich schon sehr auf euch,

Marcella


Tag am Meer

Oktober 28, 2007

Heute hatten wir einen wunderschoen Tag am Strand. Nach dem Fruehstueck haben wir uns eine Handegepaecktasche fuer all unsere geschneiderten Sachen gekauft, alles zusammengepackt, ausgecheckt uns ein Fahrrad geliehen und sind zum 4 km entfernten Strand gefahren. Ein Traumstrand!! Erst geht man durch einen Palmenguertel durch und ist dann einfach auf freier Sandflaeche. Der Sand ist weich und heiss und sauber und einfach schoen. A, ganzen Strand liegt kein Muell rum, obwohl auch keine Muelleimer da stehen, es gibt anstatt Strandbars nur kleine Sitzgruppen aus Plastikstuehlen unter den Palmen und viele Leute waren auch nicht da. Es war wirklich wunderschoen!! Wir sind eine ganze Weile total begeistert in den Wellen rumgesprungen. Mal getrennt, mal an der Hand haltend, mal im hocken, mal rueckwaerts. Die Wellen waren teilweise so 1,5m hoch. Das ist hoeher als ich :-) Manchmal haben sie ich richtig umgerissen oder so schnell den Sand unter meinen Fuessen weggespuelt, dass ich ebenfalls kaum stehen konnte. Aber es war ausgelassen und hat Spass gemacht. Ich, als bekennender und leidenschaftlicher Zoutelandefan, kenne ja eher nur weiche Plitschwellen die einem muede ueber die Fuesse schwappen. Das heute war anders und toll! Zwischen den Gaengen ins Meer haben wir auf meinem grossen blauen Tuch gelegen, Cola und Wasser getrunken, vietnamesiche Suessigkeiten gefuttert und gelesen.

Nach einem abschliessenden Coconutshake haben wir uns dann Stunden spaeter wieder auf unsere Raeder geschwungen und sind zurueck in den Ort geradelt. Gleich gehen wir was essen und warten dann aufs Taxi das uns zum Flughafen bringt.

Bis vielleicht morgen aus Hanoi,

Marcella


Don’t rip me!!

Oktober 27, 2007

Hier machen wir nicht viel mehr als bummeln, schlafen, lesen und staendig von einem Schneidertermin zum anderen laufen. Jetzt sind wir aber durch, denke ich und goennen uns morgen einen Tag am Strand bevor wir Abends nach Hanoi fliegen.

 Gestern hatten wir einen sehr schoenen und romatischen Abend an dem fuer uns authentischsten Ort von Hoi An. Von dem kleinen Tisch in dem Restaurant konnten wir Wasser sehen, was den Fluss hier darstellt, einen Schneider, einen Souvenirladen, spielende Kinder und ein altes, gelbes Kaufmannshaus. Das Wasser war nur ein bischen der Fluss. Eher war es Hochwasser das uns fast ueber die Fuesse schwappte. Aber es war sehr schoen. Wir haben lecker und guenstig gegessen, nett mit dem Inhaber des Lokals geredet, einige weiter Gaeste ins Restaurant geholt und ich habe ganz nett mit dem drei Monate alten Hund des Inhabers gespielt. Erst war er am anderen Ende des Lokas an der Leine und ich habe auf dem Weg zur Toilette mit ihm gespielt. dann hat der Besitzer ihn losgelassen und er ist dirket auf mich zu gerannt (also der Hund, nicht der Besitzer) und auf meine Schoss geklettert. Das war so suess :-) ) Ja, schoen gespielt haben wir. Knut hatte mich da anscheinend so lieb, dass er mir ein Armband von einem vorbeikommenden Strassenverkaeufermaedchen gekauft hat. Das fand ich nett.

Jetzt haben wir schon wieder gut gegessen und kuemmern uns gleichmal um unser neu zu verstauendes Gepaeck. Ich denke, dass wir um die 10 kg verarbeiteten Stoff irgendwie verstauen muessen. Bin gespannt.

Menschlich wird es hier uebrigens immer schlimmer. Kein Mal hat die Rechnung im Restaurant oder imInternetcafe gestimmt. Kein Mal gab es ein Entschuldigung. Bis jetzt haben wir fast jedesmal zu wenig Geld wieder bekommen und auch da gab es keine Entschuldigung. Und der Strassenschuster der Knuts Flip Flops geklebt hat, hat so viel Geld genommen, dass er sich neue haette kaufen koennen. Teilweise sind die hier so dreist, dass wir uns fuenf Minuten spaeter immer unglaeubig anschauen. das ist wirklich unglaublich! Trotzdem sind so viele Touristen und vor allem Familienurlauber und Reisegruppen hier. Ich verstehe das gar nicht.

 Wir bemuehen uns tapfer weiter uns nicht ueber den Tisch ziehen zu lassen!!

Lieben Gruss,

Marcella


Hoian, Klamotten und falsches Essen

Oktober 26, 2007

Hoian als Stadt hat mich einbischen mit Vietnam versoehnt. Nach der grauenvollen Schweinebusfahrt hatten wir hier nocheinen sehr schoen Abend. Obwohl alles viel, viel teurer als in den anderen Laendern und viel touristischer ist, kann es doch nett sein. So muesssen wir hier fuerein Zimmer zwar 12 $ bezahlen, haben aber Fruehstueck, Internet (wenn es frei ist) und eine Pool inklusive. Ausserdem hatunser Zimmer einen Kuehlschrank, einen Fernseher, ein eigenes Bad mit heissem Wasser, eine Klimaanlage und einen Venitaltor. Man braucht nicht alles, aber unter diesem Standard zu bleiben und trotzdem ein gemuetliches Zimmer zu haben ist hier richtig schwer.

Der Abend nach der Ankunft in Hoian war deshalb so schoen, weil hier ein ganz nettes Vollmondfest gefeiert wurde. An dem Fluss wurde Musik gespieltund auf dme Wasser schwammen unzaehlige Behaelter mit Kerzen. Die Altstadt war ausschliesslich mit Laternen  beleuchtet und motorisierte Fahrzeuge durften nicht durch die Strassen fahren. Alles glizerte und leuchtete und sah sehr schoen aus. Wir haben in einem netten kleinen Restaurant an der Strasse gesessenund sowas aehnlihes wie Fondue gegessen und uns vom Ambiente fast wie in Frankreich gefuehlt. Alles war sehr stimmig.

Am naechsten Morgen sind wir zu einem Schneider unseres Vertrauens gegangen und haben sehr, sehr viele Klamotten in Auftrag gegeben. Ja, hier laesst man schon Geld, aber die Sachen passen wie angegossen, haben eine gute Qualitaet und sind wirklich guenstig. Beim Schneider haben wir viel Zeit verbracht, aber wie unsere erste Anprobe heute Vormittag gezeigt hat, hat sich alles gelohnt. Wir sind so zufrieden mit den Sachen. Heute kammen dann noch Schuhe und ein Kleid dazu und dann bin ich erstmal wieder gut ausgestattet.

Die Menschen sind freundlich, wenn sie Geld machen wollen. Also die Meisten. Manche sind auch freundlich, wenn sie schon Geld mit einem gemacht haben. Generell empfinde ich den Umgang hier aber bei weitem nicht so angenehm wie in Kambodscha oder sogar Laos. Gestern Mittag habe ich ein gericht mit Shrimps bestellt und eins mit Tintenfisch bekommen. Anstatt einem Joghut Sundae habe ich in einem andern Cafe einen Kokosnussshake bekommen und mein neulich bestellter Spinat mit Knoblauch musste einer Vielzahl andere Gemuesesorten weichen. Kein einiziges Mal kam eine Entschuldigung oder auch nur ein eingestehen des Fehlers. Im Gegenteil, wir wurden angepampt und als ich ein einziges Mal etwas zurueck gehen lassen habe, hatte ich wirklich Angst, dass der Koch mir aus Wut noch in mein neues Essen spuckt. Ja, so ist es hier. Trotzdem ist die Landschaft schoen und der Ort ist nett und unsere Klamotten sind schoen.

Sonntag fliegen wir Hanoi und bewegen uns im Norden von Vietnam noch ein paar Tage.


Lektionen in Demut

Oktober 24, 2007

Heute sind wir mal wieder um halb sechs morgens aufgestanden um eine Halbtagesbustour zur DMZ, der Demmilitarisierten Zone, zu machen. Bei einem Ganztagesausflug sieht man zwar wesentlich mehr, aber wir sind, wie gesagt, recht Sightseeingfaul geworden und ich wollte gerne weiter nach Hoian. Die Halbtagestour sollte von 6h – 14h gehen und dann sollte es moeglich sein, den Bus nach Hoian um 14h zu bekommen. Um es schonmal vorwegzunehmen: es hat alles geklappt. Der Bus zur DMZ, geschichtlich uebrigens sehr interessant, hatte den langsamsten Busfahrer auf der ganzen Welt als Fahrer. Es hat drei Stunden gebraucht (1,5 waren normal gewesen) um alle Leute einzusammeln und zur DMZ zu fahren. Der Busfahrer war so langsam, dass man aufgrund des Zeitdrucks richtig aggressiv wurde. Zusaetlich zur schleichenden Fortbewegung hat er dann aber jeden Radfahrer von der Strasse gehupt. Ich denke ja, mit dem Rad waeren wir schneller gewesen. Von allen Passagieren waren Knut und ich die Einzigen die Mittags wieder weg mussten. Das wurde uns sowohl vom Fahrer als auch von der Guide, die strenger war als die Frauen beim Bund, sehr uebel genommen. Trotzdem haben wir die Sehenswuerdigkeit gesehen die Knut am liebsten sehen wollte: ein System aus Tunneln die sich Locals im Krieg mit Amerika gebaut haben. Die Tunnel waren sehr beeindruckend, vorallem wenn man weiss, dass die Menschen aus den Doerfern ueber fuenf Jahre in ihnen gelebt haben. Die Gaenge waren an der hoechsten Stelle 1,90m hoch, breit waren sie nie. Insgesamt wurden sieben Kinder da geboren die heute um die 40 Jahre sind. Mir ist das jetzt zu lang zum aufschreiben, aber die Geschichte und der Nutzen dieser Tunnelsysteme, die es uebrigens auch im Sueden Vietnams gibt, sind wirklich sehr interessant.

Nachdem wir durch die dunklen, feuchten und engen Gaenge durchgehetzt sind, ist der ganze Bus wieder in den naechsten Ort gefahren. Die andern hatten Lunch und wir mussten mit einem andern Bus wieder zurueck nach Hue um von dort nochmal drei Stunden nach Hoian zu fahren. Der andere Bus war ein Localbus der, wie uns unsere Busfahrer sehr unfreundlich versicherte, sicherlich nicht an unserem Hotel, wo unser Gepaeck stand, anhalten wuerde. Danke auch! Das was uns in diesem verantzen Minibus erwartete war das Ekeligste was ich jemals gerochen und gesehen habe. Wir konnten unsere Fuesse nicht auf den Boden stellen, weil unter unseren Sitzen zwei Saecke und ein Eimer standen. In dem Eimer waren Fische, in einem Sack war frisch zerlegtes Schwein und in dem andern ein frisch geschlachtetes Schwein. Ein Bein guckte oben aus der Oeffung raus, das Blut lief ueber den Busboden. Auf der Armartur lag eine beschlagen Plastiktuete mit Fleisch, der Sonne munter ausgesetzt. Der Gestank in dem Bus war so schlimm, dass wir die eineinhalb Stundne Fahrt nur durch den Mund geatmet haben. Sogar Knut hat diese Fahrt als sein schlimmstes Busfahrterlebnis bezeichnet. Ich denke, dass ich eine ganze Weile kein Schwein mehr essen werde. Bei dem Gedanken an den Geruch des toten Tieres und seines Blutes unter unseren Fuessen wird mir immer noch ganz anders.

In Hue angekommen wurden wir irgendwo unfreundlich rausgelassen, sind dann mit Motorbikes zum Hotel gefahren und dann nach Hoian gefahren. Dieser Bus war gross und neu und wunderschoen. Und auch Hoian gefaellt mir sehr gut. Dazu schreibe ich aber morgen etwas mehr.

Lieben Gruss,

Marcella


23.10.: Hue

Oktober 23, 2007

Heute haben wir uns Fahrraeder geliehen udn haben Hue per Rad erkundet. Man sieht wirklich so viel mehr und gerade hier lohnt es sich mal ueber den Fluss zu fahren und sich von dem touristischen Ort zu entfernen. Viel Sightseeing haben wir aber nicht gemacht, weil es einfach sehr warm war und wir im Moment ein bischen Kulturgesaettigt sind. Vietnam gefaellt uns bis jetzt uebrigens landschaftlich sehr gut. Es gibt viele Reisfelder mit Wasserbueffeln drin, schoene Straende und gruene Berge. Die Menschen, die die wir getroffen haben, ueberzeugen uns nicht. Sie luegen einen direkt an, lassen einen nicht in Ruhe und sind, wenn man dann was von ihnen moechte, sehr unmotiviert. Ich moechte das nicht verallgemeinern, aber im Schnitt war es so. Es spiegelt uebrigens genau das wieder, was Angela, Ash und Katie uns gesagt haben. Schade ist, dass man das ja wirklich mit dem Land verbindet. Nach Kambodscha wuerde ich sofort wieder fahren, weil mir das Land UND die Leute sehr gefallen haben. Vietnam mache ich vielleicht nur einmal weil ich denke, dass es noch andere schoene Laender mit freundlicheren Menschen gibt. Knut sieht das uebrigens genauso. Sehr beruhigend, dass ich da nicht so empfindlich bin.
Die Fahrradtour war aber schoen. Wir haben uns eines der sehrgross angelegten Koenigsgraeber angeschaut und sind durch Orte gefahren in denen ueberall Raeucherstaebchen am Wegrand liegen. Ich weiss nicht, wie diese hergestellt werden, aber anscheinend muss man sie draussen trocken lassen. Das sah sehr schoen aus, auch wenn Raeucherstaebschen nicht ganz mein Fall sind.

Seit ca. zwei Stunden sind wir jetzt im Internet. Jeder meiner Berichte ist mindestens einmal abgestuerzt. Daran Bilder hochzuladen ist nicht zu denken. Dabei haette ich doch noch mehr inspirierende Fotos :-) Aber ich bin jetzt wieder up to date und habe alles geschrieben. Hoffentlich veroeffentlicht der PC auch alle Berichte. Mit Mails halte ich mich zurueck. Ich habe keine Lust, die auch alle doppelt schreiben zu muessen. Aber ich melde mich bei allen die noch auf Post warten sobald es wieder bestaendigerfunktioniert. Knut und ich haben hier die ganze Zeit die PCs gewechslet weil immer einer gerade der war der eine Seite kurz geoeffnethat die man braucht. Wirklich anstrengend, aber mit knapp 30ct pro Stunde gluecklicherweise auch sehr billig.

So, ich freue mich jetzt auf ein vernuenftiges Essen. Das Mittagessen eben bestand naemlich aus heissem Wasser mit Instantnudeln (die ich nicht gegessen habe) und wurde uns als Suppe verkauft. Ja, so sind die hier :-) )

Liebste Gruesse,

Marcella