Anders

Dezember 9, 2007

Ja, das ist also China! Man kann den Blog nicht oeffnen (danke, Silvia, fuers Textreinstellen!). Bilder gibts demnach auch wohl eher (noch) weniger!

Die Busfahrt grenzte an Dekadenz, aber daran hab ich mich ja schon gewoehnt in Vietnam. Wenn man nicht nen Localbus nimmt, kriegt man gleich First Class mit Getraenk und diesmal soger ner komischen Schleim- Bohnen- Reiskombination in ner Dose zum Lunch (war viel besser als es aussah und noch besser, als es sich anhoert. :-)

Mein erster Eindruck nach der Grenze war, dass chinesische Landschaft genau aussieht wie Halong Baly ohne Wasser. Ehrlich: Bubbel-Huegel, die aus Reisfeldern herausragen. :-)

Der erste Eindruck von Nanning, meiner eigentlichen Destination, deckte sich mit der Lonely Planet Beschreibung “ this city is hard to love“, also hab ich gleich (erfolgreich) mit Zeichensprache, Buch zeigen und drei Worten Englisch ein Nachtzugticket nach Guangzhou gekauft.

Habe im Bus einen netten Kanadier kennengelernt – der einzige Nicht-Chinese neben mir – der sein Hotel direkt am Bahnhof hatte, sodass ich den ziemlich unkompliziert gefunden habe.

Ich denke, dass ich in der kurzen Zeit nur einen ganz groben Eindruck von China bekommen werde. Das Land an sich ist gewoehnungsbeduerftig, aber nicht mehr (oder noch nicht?) so schwer zu bereisen, wie ich dachte. Also werde ich mir wenige Staedte rauspicken und mir die Gelegenheit geben, mich etwas laenger an sie zu gewoehnen. Im Klartext sieht mein Plan so aus, dass ich Guangzhou, Hong Kong und Peking sehen werde. Kann man da ueberhaupt behaupten, in China gewesen zu sein? ;-)

Vielleicht sollte ich noch erwaehnen, dass Meital, die nette Israelin leider nicht nachkommt. Dafuer hatte ich aber einen sehr netten letzten Abend in Vietnam gestern mit Ihr und einer Vietnamesin, die in die Kategorie „Multitalent“ faellt: Aufgewachsen in Saigon, 7 Jahre in New York gelebt, (noch) ein Haus mit ihrem Exfreund in London, hat zwei Jahre Medizin studiert, dann Jura mit Abschluss, spielt virtuos Geige und hat ne tolle Stimme, war in Afrika und China und schneidert aus Leidenschaft Abendkleider fuer sich selbst… ach ja… und ist grade 24 Jahre (im Ernst, ich weiss nicht, ob das ALLES stimmt…), aber sehr nett und interessant war’s. :-)

Vietnam als Resumee hat wunderschoene Landschaft, teilweise sehr nette Menschen (die man mit der Lupe suchen muss, oder einfach vielleicht nicht lang genug genervt hat, damit sie doch auch wie die meisten anderen nur noch an sich und mein Geld denken). Kontrast: Wir (Meital, Stella, die Britin und ich) gehen gestern durch die Strassen von Hanoi und werden von einer laechelnden Vietnamesin gestoppt, die uns ihre „Obstwaage“ (rechts und links ein Korb, jeweils an nem Seil an nem Brett befestigt, das auf den Schultern balanciert wird) und den Stroh-China-Hut aufsetzte mit den Worten „oh nice, picture I make, no money“ Ich hatte Angst, dass sie mit der Camera abheut, wber wir waeren schneller gewesen. Nach dem Bild wollte sie uns dann zwingen ne halbe Ananas fuer unverschaemte 2,50 Dollar zu kaufen!!! … Nichts gabs natuerlich!

Heute Moorgen hat mich aber dann mein Hotelwallah zum Bus gebracht und gelaechelt. „No money, you nice!“

Jo, Vietnam ist irgendwie eben „same, same, … but different“

Nun also China… sumindest ein klein bisschen. :-)

So, das naechste Mal vielleicht schon aus Hong Kong.

Bis bald

Steffi


Hanoi

Oktober 30, 2007

Hanoi ist die lauteste, vollste und unkoordinierteste Stadt die ich kenne!!! Das ist der Wahnsinn hier und auch Nachts scheint sich das nicht zu aendern. Aber vielleicht mal der Reihe nach. Wir sind vorgestern von Da Nang, in der Naehe von Hoi An nach Hanoi geflogen. Der Flughafen in Da Nang, ein reiner Inlandsflughafen soweit ich das richig weiss, ist kleiner als der Neusser Busbahnhof und wirkt ungemuetlich und eben nicht wie ein Flughafen. Es gibt eine Wartehalle fuer alle 4 (!!) Gates und die Plastikstuhlsitzreihen sind mit Staenden umsaeumt die an einen schlechten Flohmarkt erinnern. Die Stewardessen von Vietnam Airlines sind die ersten die ich in meinem Lbene gesehen habe die nicht laecheln. Die eine hat so gelangweilt und abgeschmackt geguckt und gegaehnt, dass man wusste: wenn der Flieger abstuerzt, wird sie ausschliesslich sich selbst retten. Das Flugzeug war riesengross und, da es sich um einen ganz normalen Abendsinlandsflug handelte der nur eine Stunde dauert, weniger als halbvoll. Trotzdem gibt es natuerlich immer die Leute die einen darauf hinweisen, dass man auf dem falschen Platz sitzt. Knut und ich haben uns bei dem schoenen Tag am Strand leider einen Sonnenstich zugezogen. Dementsprechend schlecht ging es uns. Wir konnten nicht essen, haben uns fiebrig gefuehlt und ich hatte die Spucktuete aufgeklappt griffbereit in der Hand. Gegen 23h sind wir, total fertig, gelandet. Der Fahrer des Minibusses der alle Reisenden in die Innenstadt faehrt hat uns beschimpft weil unser Geldschein so alt aussah. Mit den Menschen hier ist es wirklich nicht schoen.

Wir sind dann irgendwann in einem ganz guten Hostel angekommen und haben ganz lange ausgeschlafen. Am Vormittag sind wir dann langsam aufgestanden und haben uns rausgewagt. Mir wurde schoan anders, als ich die unzaehligen Verkehrsmittel direkt vor der Hoteltuer habe vorbeirauschen sehen. Die Buergersteige sind hier alle so voll gestellt, dass man auf ihnen nicht wirklich gehen kann. Ampeln werden hier nicht beachtet, Fussgaengerueberwege natuerlich auch nicht und alles was hinter einem sein koennte sowieso nicht. So wird hier vollkommen ohne Anzeichen und ohne Verkehrsregeln wild ausgeschert und ueberholt. An einigen Strassenuebergaengen haben wir lange gestanden um uns dann zu trauen einfach drauf los zu gehen und zu hoffen, dass alle um uns rum fahren. Gesundheitlich ging es mir immer noch schlecht und auch schlechter als Knut. Unsere Sightseeingtour haben wir waehrend einer Tempelesichtigung abgebrochen und sind mit einem Taxi zurueck zum Hotel gefahren. Leider hat das Taxi uns an einer etwas anderen Strasse rausgelassen und wir haben unser Hotel nicht sofort gefunden. Ich war aber so schwach und mir war so schlecht, dass ich in einem Huaseingang gewartet habe und Knut das Hotel gesucht und mich dann abgeholt hat. Den Rest des Tages habe ich geschlafen. Knut war noch zwei mal draussen und hat mich mit allem versorgt, was ich brauchte.

Heute geht es mir schon viel besser. Leider wird mir regelmaessig nach dem Essen so schlecht, dass ichmich fast uebergeben muesste. Trotzdem hatten wir ein schoenes Mittagessen und eben einen sehr, sehr schoenen spanischen Abend. Heute Nachmittag, nachdem wir das Mausoleum in dem Ho Chi Minh liegt anschauen wollten (wird leider gerade renoviert) und etwas durch die Stadt gelaufen sind, habe ich ich wieder stundenlang hingelegt. Jetzt geht es mir wirklich besser und wir haben, wie gesagt, sehr gut spanisch gegessen und uns fuer die naechsten zwei Tage eine Tour durch die Halong Bay gebucht. Bin froh, hier aus der Hektik rauszukommen. Vom Strassenaufbau, von den Gebaeuden und vom See in der Stadt waere Hanoi gar nicht schlecht. Die Menschen, und dann noch in dieser Menge, machen es halt nicht so schoen. Selbst die Verkaeufer in den Laeden sind so unfreundlich und unmotiviert, dass wir hier einfach nichts kaufen. Auch von den Ciclo oder Motofahrern muessen wir uns beschimpfen lassen, wenn wir nicht mit ihnen fahren wollen. Ich verstehe ueberhaupt nicht, wie ein ganzes Volk relativ durchweg so sein kann. Fuer Deutschland werde ich mir das merken. Es faellt naemlich letztlich auf das Land zurueck. Wenn ich die Regierung waere wuerde ich ja eine Charmingkampange starten. Warum es hier ueberwiegend Motorollertaxis oder Fahrradrikschas, jeweils fuer eine Person, gibt  verstehe ich auch nicht. Was ist denn, wenn man mit seinem Freund oder einer Freundin oder einfach so zu zweit etwas besichtigen will? Muss man dann immer hintereinander herfahren. Nicht wirklich Touristenfreundlich. Auch die Angewohnheiten alle Geraeusche mit dem Mund moeglichst laut zu machen find eich schlimm. Im Flieger hatten wir einen Geschaeftsmann neben uns sitzen der sich dermassen laut schmatzend mit einem Zahnstocher im Mund rumgefummelt  hat und dann seinen Schleim einmal hochgezogen hat, dass uns noch schlechter wurde als uns eh schon war. Jetzt habe ich mich gefragt, wer richtiger ist: wir Westlichen, weil irgendjemand mal bestimmt hat, dass solche Geraeusche bei uns als unhoeflich gelten oder die Menschen hier in den Laendern die einfach machen wonach ihnen gerade ist. Erst war ich mir nicht sicher, bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass wir richtiger sind. Wenn jemand neben mir, wenn ich lese, schlafe oder esse solche unueberhoerbaren Geraeusche macht oder neben mir auf die Erde spuckt, dann greift er doch in mein Leben ein. Denn ich bin angeekelt und gestoert. Wenn er den Zahnstocher jedoch leise benutzen wuerde (was ja durchaus machbar ist)  oder einfach um die Ecke geht um zu spucken, hat er keine Einbusse und ich bin nicht gestoert. Also denke ich, wir sind „Richtiger“ mit der anerzogenen Ruecksichtnahme auf unsere Mitmenschen.

Das mal so nebenbei :-) Heute habe ich Knut uebrigens die Haare geschnitten. Ja! Christina S. wird jetzt zurecht denken, er haette jetzt keine mehr, aber es ist ganz gut geworden und wir haben viel gelacht. Ich habe auch nur hinten und an den Ohren ein Stueck mit der Nagelschere abgescnitten, hinterher alles weggefoehnt und ihm den kleine Spiegel aus meinem Waschbeutel zur Begutachtung gereicht. Knut ist zufrieden und ich bin es auch. Auch wenn ich weiss, dass ich mich vorne nicht rantrauen wuerde.

 So, genug gequatscht fuer heute.

Lieben Gruss,

Marcella


Delphine, ganz nah… und ne Pelzrobbe, nicht ganz so nah

August 21, 2007

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