Ich wollte ja heute in diesen Park… wie ich dann im Lonely-Planet gelesen habe, der groesste urbane in Asien! So viel Superlative braucht Anlauf… ich geh da morgen hin. Heute bin ich auf der Suche nach Fruehstueck so nah an eine andere Superlative gekommen, sodass ich beschlossen habe, meine Plaene fuer die beiden Tage hier umzudrehen. Ich war in der groessten Shopping-Mall im suedlichen Asien… und ja, die war riesig, so riesig, dass ich ziemlich abgeschreckt war… und ich shoppe doch eigentlich wirklich gerne!Am meisten hat mich genervt, dass ich kein Bild machen konnte, also hab ich ne Loesung fuer mein Speicherkartenproblem gefunden und nach ner Stunde Suchen (ja, in einem Gebaeude… und nein… ich hab nur die Abteilung gesucht, nicht etwa IN der Abteilung nach der Karte!… ) auch ne Speicherkarte gefunden. Die war so teuer, wie die alte, aber dafuer passen nur halb so viele Daten drauf… Egal. Nun kann ich wieder Fotos machen, die ich dann nach der Reise auch wieder ins Netz stellen kann… Zumindest kann ich meinen Eindruck China mit nachhause bringen.
Neben dem groessten Shoppingcenter Asiens steht gleich das naechste und dazwischen sind unzaehlige Shops… Wer kauft das ganze Zeug???
Ich hatte dann irgendwann auch genug davon, mir die Leute beim Shoppen anzusehen und hab mir die Aufgabe gestellt, ein „highly recommended“ Cafe in einem anderen Viertel zu finden. Gar nicht so einfach, wenn man nur einen guten Stadtplan voller chinesischer Schriftzeichen, eine Empfehlung in Englisch und einen Kompass hat… Hat aber funktioniert und sich gelohnt!
Zwei Strassen noerdlich meiner „Ruheinsel“ befindet sich ein Markt, der “ ABSOLUTELY not recommended“ ist. Die verkaufen da wohl alles, was sich nicht wehrt bzw. sich nicht mehr wehren kann… Welpen in Kaefige gequetscht, Voegel im Buendel, Schlangen, Spinnen, Katzen, Katzenteile… Einen winzigen Eindruck habe ich bekommen, als ich einfach in noerdlicher Richtung ueber eine Bruecke meine Insel verlassen habe. Dort sitzen dann schon die ersten Haendler und verkaufen…. getrocknete Tigerklauen. Das stellt man sich so vor, dass man dem Tier den Unterarm abtrennt, diesen haeutet (bis auf den Pfotenruecken, schliesslich muss man ja noch sehen, dass es auch ein echter Tiger war!) und dann die uebrig gebliebene Struktur aus Muskeln und Knochen mit den Krallen zum Verkauf anbietet…. Mehr musste ich von diesem dubiosen Markt echt nicht sehen! Kein Wunder, dass Tiger trotz Naturschutz immer mehr auszusterben dohen! Allein auf der Bruecke lagen mindestens 20 Pfoten.
So kann ich meinen Eindruck von heute nicht abschliessen, also noch etwas leichtere Kost: Als ich heute Morgen auf Fruehstuscksjagd war, bin ich an einem Park vorbeigekommen, der gestern noch nach verlassenem Kinderspielplatz aussah. Heute Morgen waren alle Geraete besetzt… von Menschen ab etwa 40 bis… vielleicht 85! Fruehsport machen die hier… in jeder erdenklichen Form! Versuche morgen mal, diese Szene… mit meiner neuen Speicherkarte!!!… zu fotografieren (bevor ich hier vergeblich versuche zu beschreiben, wie das aussah). Wir machen uns in Deutschland Gedanken, ob man ein olles T-Shirt zum Sport tragen kann, ob Nordic-Walking laecherlich aussieht, machen uns laecherlich ueber lila-pinke Trainingsanzuege… Die haben hier gar keinen Vertrag mit nichts. Spielen Federball (nein, nicht Badminton, bestimmt NICHT!) in Cordhosen, joggen im weissen Seidenpyjama oder bewegen jedes einzelne Koerperteil in einer derart kuriosen Art und Weise, dass man vergisst, ueber die Kleidung zu laestern.
Ja, Guangzhou… die Stadt hat es immernoch nicht geschafft, dass ich sie mag… zu gross, zu grau, zu luftverschmutzt (bei bemerkenswert sauberen Strassen). Allerdings mag ich die Hilfsbereitschaft der Chinesen und die immer nette Art, WENN jemand denn mal englisch spricht.
Aber es ist eine ganz andere Kultur. Das faengt bei Kleinigkeiten an… Man stellt sich in eine Warteschlange und steht nach 10 Minuten und wahrscheinlich auch einer Stunde noch an derselben Stelle, wenn man nicht selbst draengelt. In der Metro steigen die Menschen ein und bleiben 10 cm hinter der Eingangstuer stehen, um schnell wieder rauszukommen. (Fuehrt im Uebrigen dazu, dass der Lautsprecher einen uber die naechste Station informiert (sogar in Englisch) und im selben Atemzug bittet, ganz in den Zug einzusteigen um es anderen zu ermoeglichen, mitzufahren) vorteil fuer mich: Viel Platz in der Wagon-Mitte! (Also, das Verteilen im Raum wie Gasmolekuele gilt demnach nur fuer halbleere Zuege.)
Anders ist auch eben, dass jeder einfach so mal in die Gegend rotzt und es deshalb Schilder in Zuegen gibt, die das verbieten. Jeder Arbeitende hat stadt einem Namensschild eine Nummer, manchmal mit dem Hinweis, dass, wenn man mit dem Service nicht zufrieden ist, sich unter dieser Nummer melden kann. (Was auch immer dann passiert…) Gestern habe ich im Hotel nach Internet auf der Insel gefragt. Sie hat in eine Richtung gezeigt und nen Namen genannt. Ich hab dann im naechsten Shop nochmal gefragt (weil alle Namen hier nur chinesisch geschrieben sind) und man hat mich in eine andere Rcihtung geschickt. Dort gabs Internet fuer unverschaemte 2 Euro/Stunde. Egal, man nimmt, was man kriegt.
Heute erzaehlt mir eine Britin, die in meinem Dorm schlaeft und grade mit nem Freund aus Peking kommt, dass es im zweiten Stock fuer uns umsonst Internet gibt… ??? Das stimmt, denn hier sitze ich grade. Fazit: Nicht ALLE Chinesen mit Nummer sind hilfsbereit. Wenn ich nun dort anrufe, verstehen die mich dann?
Die Britin sagt ausserdem, dass es in Peking schwieriger ist, von A nach B zu kommen, weil die Metro nicht wirklich viele englische Erklaerungen hat und ueberhaupt sei es unvorstellbar, dass dort naechstes Jahr olympische Spiele stattfinden koennen… Da muessen ja noch viel mehr Nihcht-Chinesen von A nach B… Ich bin mal gespannt.
So, ganz liebe Gruesse und bis bald
Steff
