„Buy from miii, no, from miii, cheap, good price“… oder: zwei Tage in den Bergen um Sapa

Dezember 8, 2007

Oh Mann, das nervt ganz schoen, dass die hier die Blogs zensieren! Wenn das in China noch schlimmer ist, muss ich mir was ueberlegen… Mutter, mach Dich schonmal auf ne kleine Einweisung in „wie bediene ich WordPress“ gefasst.

Jetzt sitze ich aber grade an einem PC in Hanoi, der WordPress zwar oeffnet, aber sich nach zwei Minuten verabschiedet. Soll heissen: Er geht gleich ganz aus! Na, ich schreib das mal vor und schau mal, ob er sich spaeter ueberreden laesst.

Sapa war grossartig! Ein Nachtzug bringt einen 8 Stunden lang von Hanoi, das vielleicht auf einer Hoehe von 200 m liegt, nach Lao Cai direkt an die suedchinesische Grenze (geschaetzte 1200m). Mit dem Minibus faehrt man dann (wenn man so bequem war, das ganze als Tour von Hanoi zu buchen ;-) ) noch ne Stunde 25km lang durch die Berge und erreicht dann das 1650m hohe Sapa. Gut, untouristisch waere glatt gelogen, aber hey, letztlich bin ich ja auch einer von unzaehligen anderen Reisenden, die irgendwie Schuld dran sind, dass die Hill-Tribes dort nun nicht mehr nur von Reisanbau (und Reisweinanbau) leben, sondern auch vom Verkauf ihrer u.a. aus Hanf gemachten Kleidung, die sie mit Pflanzenfarbstoffen in unvorstellbar schillernde Farben tauchen.

Sapa selbst ist ein pitoreskes Oertchen am Berghang, das nahezu komplett vom Tourismus lebt. Die Hill-Tribe-Frauen stehen in Scharen an der Strasse und wo;;en ihre Stoffe, Kleider, Schals, Armreife und Taschen verkaufen… das meist ziemlich penetrant. ABER, um einiges freundlicher als die Menschen in Hanoi. Es ist eher die Mitleidstour, die einen fast zum Kaufen zwingt.

So war in meiner gebuchten Tour der erste Tag damit verplant, 5-6 Stunden durch die Reisterrassen zu trekken mit Lunchstop in nem H’Mong-Dorf, so heisst eins der Hill-Tribes. Begleitet wurden wir den gesamten Weg von diversen Kindern und Frauen in ihrer Stammestypischen Tracht… sie haben sich unheimlich freundlich mit jedem unterhalten, so gut es ihr Englisch eben hergab, oder haben Blumenkraenze gebaut und verteilt. Ich habe ein Strohpferdchen bekommen. Das alles natuerlich nicht ohne Grund. Faellt verdammt schwer, in Rehaugen einer 14-jaehrigen zu schauen, die sagt, dass sie den ganzen Weg mit mir gelaufen ist und ich deshalb doch bei ihr kaufen solle… Na, erstens brauchte ich nichts und zweitens ist mein Rucksack voll… also, bin ich stark geblieben… und es ist nur ein Haarband und ein Armreif geworden… Jaha, das war gut. Alle anderen hatte jeweils ne Tuete voll Zeug!

Abends haben wir in einem der Doerfer zu Abend gegessen (Festmahl!!!) und dann dort in einer Art „Homestay“ uebernachtet. Heisst, die Familie bietet ihr Haus 10 oder mehr Gaesten an und man trinkt abends gemeinsam Reisschnaps (Ne ganze Menge!) …. und nein, nicht jeder Asiate hat diesen Enzymmangel, der den Alkoholabbau verzoegert.

Na, war ein riesiger Spass und ne gute internationale Mischung aus H’Mong, Israelin, Amis, Briten, Franzosen, Hollaendern und … Deutschen, naemlich mir. UND ner Karaoke-DVD mit den Backstreetboys… Ja, total urspruenglich und basic war das. Der DVD-Player war mindestens 5 Jahre alt!

Am naechsten Tag sind wir an nem Wasserfall vorbei durch Bambuswaelder zum Bus gelaufen, der uns dann wieder zurueck nach Sapa gebracht hat.

Heute Morgen bin ich wieder in Hanoi angekommen und mit ein bisschen Glueck hat die Israelin, Meital, Ihr Schinavisum frueh genug, um mich in Hong Kong zu treffen.

So, dies ist nun auch ein anderes E-Cafe und vielleicht das letzte, das WordPress lang genug oeffnet. Ich versuchs mal abzusenden und hoffe, dass ich bei dem netten Hinweis von Robin auch in China schreiben kann.

Bis bald und liebe Gruesse

Steffi