Ha… noi, die sin doch net so nett

Dezember 3, 2007

Nach einer im Vergleich zum Zug absolut angenehmen Busfahrt von 15 Stunden (erster Teil sitzend mit netter deutscher Gesellschaft, zweiter Teil in einem sehr komfortablen Sleeping-Bus mit netter schwedischer Gesellschaft und beim Hotelsuchen suedafrikanischem Zuwachs) bin ich Vietnams Hauptstadt angekommen. Der erste Nap… die Taxifahrt zum Hotel war widererwarten nicht umsonst und auch nicht auf ganz direktem Weg, trotz Taximeter. Zweites Aergernis: Buch nie ne Tour woanders als in Deinem Hotel, es sei denn Du willst Geld sparen und kaufst Dir dafuer die ploetzliche Unfreundlichkeit derHotelangestellten… Bin mal gespannt, ob mein Zimmer morgen beim Auschecken immernoch 7 $ kostet… Jeder, der hier Geldmachen will, ist nur solange freundlich, wie er es auch tut! Ein Australier in meinem Hotel ist grade im Bus von seiner Camera, dem Handy und des Portmonnaies erleichtert worden und die Polizei macht weitaus mehr Stress den Stempel fuer die Versicherung zu geben als noetig… Aber nach Marcellas Berichten war ich ja vorgewarnt. Mal sehen, ob de Touren, die ich gebucht habe, auch Nap sind… Die Orte, die ich sehen werde reissens dann ganz bestimmt raus:

Zum Neidisch werden und zum Vorher-Nachher-Vergleich:

Morgen: zwei Tage Halong Bay… ja, das ist die im Suedchinesischen Meer aus nem James-Bond-Film… :-) …mit Uebernachtung auf einem Boot. Das mach ich zusammen mit meinen Busgenossen von heute Nacht.

Dann fahre ich direkt ohne weitere Uebernachtung in Hanoi mit dem Nachtzug nach Sapa, einem Bergdorf an der chinesischen Grenze in 1650m Hoehe, uebernachte eine Nacht bei Locals und fahre wieder mit dem Nachtzug zurueck.

Bleibe eine letzte Nacht in Hanoi (hoffentlich, denn die Travelagency hat mir versprochen, ein Zimmer unter 10 $ zu haben)… ich glaubs noch nicht… Jedenfalls fahre ich am naechsten Morgennach Nanning in China.

Mal sehen, wie weit die Realitaet von dem Plan abweichen wird. :-)

Habe keine Ahnung, welcheMoeglichkeiten Internet in China bietet. Laut Stephan kann das ja Probleme mit Blogs geben. Mal sehen. Ich weiss auch nicht, wie es in Halong und Sapa aussieht. Hoffe aber, bald ein paar Bilder reinstellen zu koennen.

Liebe Gruesse und bis bald

Steffi


Der Bericht kommt aus der Vergangenheit ;-)

Dezember 3, 2007

30.11. : Aus irgend einem Grund oeffnet kein Rechner in ganz Hoi An den Blog. Stephan denkt dabei an vietnamesische Zensur… Aber: Wer uebersetzt denen alles, was nicht „guten Tag, wie gehts?“, „deutschland“, „aufwiedersehen“ geschrieben ist. Diese drei Woerter praesentieren sie naemlich immer stolz. 50% fragen danach dann auch, ob man nicht etwas aus ihrem Shop kaufen moechte (das natuerlich wieder in vietnam-englisch), aber sind widererwarten nicht sauer, sondern lassen einen nach ein oder zwei Versuchen gleich in Ruhe. Ueberhaupt sind die Vietnamesen bis hierher extrem freundlich, hilfsbereit und friedlich. Eine Frau hat mich heute quer durch den Markt gefuehrt um mir bei der Suche nach einem Vietnamfaehnchen fuer meinen Rucksack zu helfen. Leider erfolglos. Aber sie war trotzdem freundlich, hat nicht nach Geld gefragt und ich wurde nicht beklaut… Vielleicht hilft mir die anerzaehlte Skepsis, noch freundlicher zu sein und gelassen, als ich es von Natur aus waere.

Um die Skepsis zu behalten: Bin ja noch nicht lange hier… und: werde auch nur bis maximal 10.12. im Land sein koenne, weil dann das Visum endet. Vielleicht geh ich ja mit nem maximal positiven Bild von Vietnam nach China.

Zugfahren ist uebrigens toll. Zumindest, wenn man entweder nachts faehrt und nen Schlafwagen hat oder tagsueber und dann aber nen Sitzplatz und keine Liege, auf der man nicht grade sitzen kann, weil ueber einem gleich die naechste ist.

Schlafen im Zug war toll… mit dem Geschaukele :-) Aber dann waere esch gut gewesen. Auf die naechsten 7 Stunden nach wirklich beeindruckendem Sonnenaufgang ueberm Meer haette ich gern verzichtet. War immerhin ganze 26 Stunden unerwegs bis ich endlich in Hoi An angekommen bin.

Die letzten 30 km vom Bahnhof in Da Nang hab ich mir dann ein Mototaxi gegoennt (knapp 4$) ganz schoen teuer ;-) . Stilecht war der erste Stopp dann auch die Tankstelle. Dass Busse das in Laos und Thailand planmaessig erst nach Abfahrt tun, wusste ich, ich hatte das Ritual aber ueber Kambodscha schon fast vergessen.

Hoi An ist wirklich huebsch. An ‘nem Cafe-gesaeumten Fluesschen mit nem pitoresken Sonnenuntergang hinter Holzbooten und zwei Bruecken.

Unglaublich ist, wie viele Schneider und Massanfertiger es hier gibt. Und, alle koennen alles! Wirklich! Marcella hat das ja schon beschrieben, aber wenn ich das jetzt selbst sehe… Wahnsinn!

Wieviele Klamotten und Schuhe muss ich kaufen – ja, die massschneidern auch Schuhe!!! – damit ich mit Hin-und Rueckflug noch Geld spare??? (Standardpreis einer Hose: 15$, Lederschuhe/-stiefel: 25-40$, Woll-Winterjacke:35$) An alle Frauen in Europa: Na, Werbung genug?