… da ist der Startschuss gefallen… der Bus setzt sich in Bewegung… doch was ist das… es sind gerade 5 Minuten gefahren und schon der erste Boxenstopp…
das sieht nach einer kalkulierten 3 bis 9-Stopp Strategie aus! Nun der erste Reifenwechsel (wie gut, dass der Bus seine Mechanikercrew gleich mit dabei hat)… man hatte wohl nicht bedacht, dass Slicks mittlerweile verboten sind, da nehmen wir doch lieber den guten alten Runderneuerten… auf dass der wenigstens haelt. Weiter gehts, er hat ja auch nur gute 10 Minuten verloren…
Das rechtfertigt den naechsten Stopp nach weiteren 10 Minuten… klar, tanken! (Das ist der Nachteil gegenueber dem Booxenstopp, da hat man zwar nicht die Crew im Bus, kann aber neben dem Reifenwechsel gleich tanken… na, man kann nicht alles haben… auch keine Zapfsaeulen an Tankstellen… Das heisst, die Zapfsaeulen gabs schon, aber trotzdem ist es ja netter, einen 100 Liter-Tank ohne Druck 5-Literweise aus dem Fass zu befuellen… weitere 15 Minuten Stopp…
Aber jetzt… wir fahren weiter… und… richtig… nach 15 Minuten der naechste Stopp. Wieder ein Reifen?!?… Nein, da muss ja noch das Motorrad auf den Bus (und ja, es war ein richtiger Omnibus!). Gut, dass die Crew nicht nur Reifenwechseln kann, sondern auch Motorraeder auf Busse heben!… Hat auch nur 5 Minuten gedauert…
Nach weiteren 20 Minuten nur ein kurzer Brake, um zwei Menschen einzusammeln (dabei haben wir schon nicht den „Public“- sondern den „VIP“ Bus genommen! Der „Super-VIP“ war zu teuer … das ist wohl sowas wie ne Busklassen-Inflation)
Ganze 90 Minuten sind wir dann durchgefahren, bis, ja bis einer der „Crew“ nach hinten lief, der Bus stoppte, der hinten eine Klappe zum Motor oeffnete, der Fahrer ein wenig im Getriebe ruehrte und dann schliesslich den ersten Gang fand… Braucht man ja auch eher selten im Gebirge.
Der naechste Stopp war… einfach so… nach 3 Stunden, was eigentlich Halbzeit sein sollte… kurz nach einem Dorf, mitten in einer Kurve… Maennerpinkelpause… na gut
Irgendwann spaeter dann nochmal diese Wir-suchen-den-ersten-Gang-Aktion
Dann, wir befanden uns wirklich langsam in eben diesem ersten Gang und wurden vor einer Kurve (fast) von einem Pick Up ueberholt. Der hat auch brav, wie man das so macht vor ner laotischen Kurve, gehupt. Dummerweise kam ein sonores Gegenhupen gefolgt von einem Bus. Eingeschuechtert blieb der Pick Up stehen und wollte sich hinter uns wieder einordnen. Wir waren leider zu langsam, der entgegenkommende Bus zu schwer, um rechtzeitig zu bremsen, so ist der dann seitlich in den Pick Up rein. Fieses Geraeusch! Niemand verletzt. Passiert wohl mal. Also weiter.
Am Rand eine Huette mit der Aufschrift „Polizei“. Wir wurden angehalten. Nach einigem Rumstehen bauten sie dann drei grosse Kisten vom Dach. Standen noch weiter ein bisschen rum (auch so, VIP bedeutet nicht, dass es eine Klimaanlage gibt, die gibts nur im Super-VIP, dann aber mit Klo.) Nach ner Viertelstunde gings weiter.
Jetzt waren wir etwa 5 Stunden und 180km unterwegs, da kann man dann schon mal 20 Minuten an ner groesseren Garkueche halten. Endlich, ne Toilette, was zu essen und WASSER! (in Thailand waere das zum Vergleich der erte und einzige Stopp gewesen)
Der letzte unplanmaessige Stopp war auch nur kurz, haette aber fast einem Kalb das Leben gekostet. mittlerweile waren es gar keine Kurven mehr, der Fahrer hatte das Tier schon gut 500 m im Blick, aber bremsen muss man ja erst, wenn man’s schon beruehrt hat… Es hat sich aber gluecklicherweise nur gut erschrocken, also, alles gut (bloss die Erkenntnis, dass laotische Busfahrer eine Reaktionszeit haben, die in Minuten und nicht in Millisekunden gemessen wird)
So, und schon waren wir in Vang Vieng! So schnell kanns gehen.
Abschliessend muss ich besaenftigenderweise zugeben, dass die Landschaft hier der Knaller ist! Das muesst ihr mir jetzt einfach glauben, denn fuer ne ordentliche verbale Beschreibung sind drei Minuten zu knapp, die bleiben mir naemlich jetzt noch.
Bis bald und liebe Gruesse
Steffi