Wenn man den Lonely Planet liest, koennte man den Eindruck bekommen, dass die Autoren einen Preis dafuer bekommen haben, moeglichst viele Adjektive in den Superlativ zu setzen und diese sinnvoll im Buch zu verteilen… Kleines Beispiel allein fuer den heutigen Tag:
Heute wollten wir zu den Rawhiti Caves (nein „Rawihti“ ist noch kein maorischer Superlativ), aber diese Caves haben den groessten natuerlichen Hoehleneingang ganz Neuseelands. „Wollten“ bedeutet, dass wir dort doch nicht waren. Man konnte mit dem Auto nur 1,5 Stunden Fussmarsch an die Hoehle heranfahren… Ihr denkt jetzt sicher, dass wir dazu nach dem Marsch gestern nicht in der Lage gewesen waeren… waeren wir schon, aber wir waren auch nicht so boese, dass es keinen Sinn machte. Mit einer ordentlichen Wegbeschreibung haetten wir das sicher auch gemacht, aber an der Info-Site in Takaka sass der umstaendlichste (hey, und das war jetzt ein superlativ!) Mensch, den ich bisher kennengelernt habe… Anstatt sich auf rechts und links und Schilder zu beschraenken, hat er uns zusaetzlich verwirrt mit “ yes, and after that turn you cross the river. Go through the barks. After that you see another crossroad. Don’t miss to turn right. If you miss it, you’ll walk a lot longer…“ und das waren nur die ersten 500m… Da wir noch andere Lonely Planet Superlativen sehen wollten und fuerchteten, den ganzen Tag verlieren zu koennen, sind wir dann zu einer Quelle gefahren, die auf dem Weg zur Golden Bay, die wir so oder so entlangfahren wollten, abgebogen… Und hier die naechste Superlative: Das Wasser dieser Quelle hat das klarste und sauberste Wasser nach dem unter der antarktischen Eisdecke! Na, beeindruckt? … Wir schon! Gar nicht mal wegen des Vergleichs, sondern eher von der Schoenheit. (Vielleicht werden das… nun wirklich bald… ins Netz gestellte Fotos wiedergeben koennen) Wenn ich an deutsche Quellen denke (gut, ich kenne genau zwei-einmal die Donauquelle und dann die eines winzigen Baches in der Naehe meiner Heimat), dann sind die eben entweder winzig, oder eingezaeunt und brunnenaehnlich. Diese hier war riesig (geschaetzte 30×30m) und in freier Natur, lediglich begraenzt von Baechen und Holzwegen. Man durfte nicht mal in Kontakt mit dem Wasser kommen, um nicht eine Verschmutzung oder „Infektion“ mit boesen Algen oder Chemikalien zu verursachen… Grossartiger Fleck Erde!
Der Weg an der Golden Bay (wir sind uns immernoch nicht sicher, ob die den Namen wegen goldfarbener Sandstraende oder wegen einstiger Goldgraeber traegt) war nett (okay, ich hoffe wir sind nicht schon verwoehnt von all den Superlativen…), aber eher lang als super. An der noerdlichen Spitze der Suedinsel wollten wir dann einen Hillwalk starten, der aber nicht wirklich auf begrenzten Wegen, sonder vielmehr ueber Grashuegel (ordentlich steil und hoch waren die) fuehrte, die als Weide fuer Schafe mit Laemmchen dienten. Die schienen uns nicht besonders freundlich zu finden und sind mehr oder weniger panisch geflohen. Wollte man nett wein und ihnen ausweichen, traf man auf wieder andere… Marcella haette so gern eines der Laemmer gestreichelt. Die haben aber nur gebloekt und sind dann… na eben auch weggerannt… Wir haben uns dann aus Mangel an genauer Wegrichtung entschlossen, doch keinen Hillwalk zu machen und sind zur naechsten moeglichen Superlative gefahren… Dem groessten bekannten Hoelensystem der suedlichen Hemisphaere… Um davon mehr zu sehen, haetten wir in das zweitgroesste Naturschutzgebiet Neuseelands fahren muessen, was mit dem Auto verboten war und zu Fuss vier Tage gedauert haette.
Also haben wir beschlossen, uns selbst ne Superlative zu goennen und wollten einen eintaegigen Paragliding-Kurs machen. Leider war das fuer morgen nicht moeglich. Da wir dann lieber weiterfahren wollten, um morgen naeher an Keikura zu sein (dort kann man Walewatchingtouren buchen und wiederum „in Hoehlen Gollum spielen“ (Lonely Planet), haben wir noch kurz einen netten Sonnenstop an einem huebschen Strand auf der Rabbit Island gemacht und sind nun in Blenheim, das noch 168km von Keikoura weg ist, also morgen frueh gut machbar, ohne einen halben Tag zu verfahren…
Da Christian extra mit dem Wein auf mich wartet, bis ich hier zuendegetippt habe, beeile ich mich ein bisschen und schick nur schnell mal wieder liebe Gruesse an alle.
Steffi
Verfasst von Steffi
Verfasst von Marcella Femers
Verfasst von Marcella Femers